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Brandir (465 - 499 E.Z.), Sindarin: Edler Mann, war ein Mensch aus dem Geschlecht der Haladin, Sohn von Handir und ein Fürst von Brethil. Aufgrund eines Beinbruches in seiner Kindheit, behielt Brandir einen Gehfehler und wurde deshalb auch der Lahme genannt. Er war als ein sanfter Mann und begabter Heiler bekannt. Ein Mann des Krieges war er nie, dafür liebte er alles was in der Erde wuchs. Brandir war der Überzeugung, man dürfe Menschen nicht durch Kriege in Gefahr bringen, oder sie gar dem Tod aussetzen. Jedes Leben sei wertvoll und müsse bewahrt werden. Diese Einstellung brachte ihm so manchen Spott und Hohn ein.

Brandir erbaute Ephel Brandir und versuchte sein Volk vor Morgoths Schergen zu verbergen. Schweigen und Geheimhaltung war für ihn das "Rezept" das Böse zu besiegen. Dies gelang ihm aber nur bedingt.

496 E.Z. nahm Brandir Túrin auf, der ihm von Dorlas und seinen Holzfällern gebracht worden war und half ihm, die Trauer über den Tod Finduilas zu verarbeiten. Im darauffolgenden Sommer heilte Brandir die verletzte Nienor. Brandir verliebte sich in Nienor. Sie heiratete jedoch Túrin, ohne zu wissen, dass er ihr Bruder war, weil sie unter dem Bann des Drachen Glaurung stand.

Im Laufe der Zeit seines Aufenthaltes in Brethil wandten sich die Menschen mehr und mehr Túrin zu. Er wurde zum eigentlichen Anführer und Brandir ereilte das Los des Beiseitegschobenen, ja, des Verachteten, und das kränkte ihn von Tag zu Tag mehr und er wurde immer verbitterter. Brandir entsagte schließlich seiner Herrschaft: "Seht, wie man mich zum Gespött gemacht und alle meine Ratschlage in den Wind geschlagen hat. Wählt euch einen anderen Anführer: Hiermit entsage ich meiner Herrschaft und meinem Volk. Soll Turambar auch dem Namen nach euer Herr sein, denn meine Amtsgewalt hat er bereits übernommen. Möge niemand jemals wieder bei mir Rat oder Heilung suchen!" Und er zerbrach seinen Stab und machte sich auf, humpelnd Nienor zu folgen, um sie zu beschützen, so gut er es vermochte.

Brandir holte Nienor auch wirklich ein, aber es war zu spät. Glaurung hatte ihr durch seinen Tod bereits die Augen geöffnet, indem der Bann von ihr abfiel und sie wusste nun, dass Túrin, den sie liebte und geheiratet hatte und dessen Kind sie unter ihrem Herzen trug, ihr Bruder war. Brandir hatte gehört und gesehen, was geschehen war und er war zu Tode erschrocken darüber und unfähig einzugreifen. Nienor stürzte sich in die Fluten des Teiglin und starb und Brandir vermochte nicht, es zu verhindern.

Nach diesem schrecklichen Ereignis humpelte Brandir zurück und traf auf Dorlas und wunderte sich, das dieser so wohlbehalten dasaß. Nach einem heftigen Wortgefecht erhob Dorlas die Faust gegen Brandir, doch dieser zog sein Schwert und versetzte ihm den Todesstoß und Dorlas' Leben endete, noch bevor der Blick des Erstaunens aus seinem Gesicht weichen konnte. Dies geschah im Jahr 499 des Ersten Zeitalters.

Nachdem Brandir später Túrin erzählte, dass er und Nienor Geschwister waren, erfasste Túrin die kalte Wut, weil er Brandir für Nienors Tod verantwortlich machte und erschlug ihn. Danach stürzte Túrin sich in sein Schwert Gurthang und setzte seinem Leben ein Ende.

Quellen:

Foster, Robert: Das große Mittelerde-Lexikon. Ein alphabetischer Führer zur Fantasy-Welt von J. R. R. Tolkien. 2002

J. R. R. Tolkien: Die Kinder Húrins, Übersetzer: Hans J. Schütz und Helmut W. Pesch

  • Kapitel 13: Túrins Ankunft in Brethil
  • Kapitel 15: Nienor in Brethil
  • Kapitel 16: Die Ankunft Glaurungs
  • Kapitel 17: Glaurungs Tod
  • Kapitel 18: Túrins Tod

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