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Erendis

Erendis

Erendis (Quenya: Einsame Frau) war eine Menschenfrau aus Númenor aus dem Haus Hador. Sie lebte von 771 bis 985 Z.Z. und war die Tochter von Núneth und Beregar. Dunkelhaarig war sie, von schlanker Anmut und klaren grauen Augen.

Erendis war die Frau von Tar-Aldarion (6. König von Númenor) mit dem sie eine Tochter namens Tar-Ancalimë (873 - 1285 Z.Z.) hatte. Nachdem sie im Jahr 806 Z.Z. Tar-Aldarion kennen- und lieben gelernt hatte, heirateten die beiden im Jahr 870 Z.Z..

Eigentlich wollte Aldarion erst später heiraten, denn das Verlangen, wieder über die großen Wasser zu fahren, hatte ihn erneut ergriffen und, wie er sagte, war er allen Schlafes beraubt ob dieser Sehnsucht. Als er Erendis von seinem Plan berichtete und den Schmerz darüber in ihrem Gesicht sah, hatte er Mitleid und sagte: "Es (die Heirat) soll jetzt geschehen. Es soll geschehen, ehe das Jahr vorüber ist." Aldarion versprach Erendis, ein großes Schiff bauen zu lassen "und du sollst mit mir segeln, mit dem Segen der Valar, Yavannas und Oromes, den du liebst." Erendis aber lehnte sein Begehren ab. Ihr Herz, so Erendis, gehöre den Wäldern Númenors und sie könne es nicht ertragen sie nicht zu sehen. Außerdem: "Das Meer hasst mich und jetzt wird es mir vergelten, dass ich dich von ihm ferngehalten habe und doch von dir fliehe. Gehe, mein Geliebter! Doch habe Mitleid, und nimm dir nicht so viele Jahre Zeit, wie ich sie damals verloren habe." Aldarion, beschämt von Erendis Worten, blieb zunächst bei ihr und fuhr nicht hinaus. Ruhe und Frieden fand er aber nicht. Im Frühjahr des Folgejahres konnte er seinem Verlangen nicht mehr widerstehen und, im Monat Viresse, stach er mit den Wagemutigen in See.

Tar-Aldarion brachte Erendis von einer seiner vielen Reisen einen wertvollen Diamanten mit, den sie in einen silbernen Stirnreif fassen ließ und sie wurde fortan Tar-Elestirne (Die Frau mit der Stern-Stirn) genannt. Daher stammte der spätere Brauch, dass die Könige und Königinnen von Númenor einen weißen Edelstein als Stern auf der Stirn trugen; eine Krone hatten sie nicht. Auch in Arnor wurde diese Tradition fortgesetzt.

Aus der großen Liebe aber wurde schließlich Hass, weil Aldarion ständig auf See unterwegs war und immer öfter, immer länger fernblieb. Zum entgültigen Bruch kam es, als Aldarion das Versprechen, von einer Reise nach zwei Jahren wiederkommen zu wollen, nicht einhielt. Erendis zog mit ihrer Tochter in ihr Weißes Haus in Emerië und es wird berichtet, dass alle Bediensteten Frauen waren. Zamîn, eine alte Frau, ist die einzige namentlich bekannte Bedienstete.

Nachdem Aldarion im Jahr 882 Z.Z. zurückgekehrt war, suchte er seine Frau in Emerië auf. Am Weißen Haus angekommen, empfing ihn Erendis, weißgekleidet und von hoheitsvoller Gestalt. Ihr Gesicht aber war bleich und ihre Augen glänzten unnatürlich. Sie hielt Aldarion vor, sehr spät zu kommen und es sei zu seinem Willkommen nichts vorbereitet. Aldarion gab ihr zur Antwort, ein Seemann sei nicht schwer zufriedenzustellen. "Dann ist gut", erwiderte sie und ließ ihn stehen.

Das Abendessen musste er in einem Nebenraum einnehmen und Erendis leistete ihm keine Gesellschaft. Aus dem ehelichen Gemach wurde er ausgesperrt und musste in einem Gästezimmer übernachten, was er klaglos hinnahm. Am nächsten Morgen verlangte Aldarion, nach diversen gegenseitigen Sticheleien mit seiner Frau, seine Tochter Ancalimë zu sehen. Das Mädchen wurde geweckt, zu ihm gebracht und er sprach kurz mit ihr. Dann ritt er davon. Erendis weinte vor Zorn, hatte sie doch ein wenig Reue von Aldarion erwartet.

Es wird berichtet, dass Erendis, nachdem das Alter sie überkam, noch einmal nach Aldarion verlangt habe; aber er war auf Reisen. Erendis verließ Emerië, als sie hörte dass Aldarion bald zurückerwartet würde, und reiste zum Hafen Rómenna. Sie blieb unerkannt und unbekannt. Es wird erzählt, dass sie dort ihr Schicksal ereilt habe: "Erendis kam im Jahre 985 in der See um."

Reisedaten

Folgende Reisedaten Aldarions sind überliefert:

  • 806 - 813 Z.Z.
  • 816 - 820 Z.Z.
  • 824 - 829 Z.Z.
  • 829 - 843 Z.Z.
  • 863 - 869 Z.Z.
  • 877 - 882 Z.Z.

Andere Namen von Erendis

  • Uinéniel, Tochter von Uinen
  • Herrin der See, was sie sehr ärgerte, denn im Meer und in Uinen sah sie Rivalen.
  • Herrin des Westlands, denn Andustar, das Westland war ihre Heimat
  • Weiße Herrin, weil sie in einem Weißen Haus wohnte

Quellen

J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Teil Zwei Das Zweite Zeitalter,Kapitel: II. Aldarion und Erendis: Das Weib des Seefahrers

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