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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Húrin (Begriffsklärung) aufgeführt.

Húrin (genannt Thalion der Standhafte / der Starke ) war ein Mensch des Ersten Zeitalters aus dem Hause Hador. Er war der Sohn Galdors von Dor-lómin, Gemahl von Morwen Eledhwen und Vater von Túrin Turambar und Nienor Níniel.[1] Húrin war drei Jahre älter als sein Bruder Huor, jedoch nicht so hochgewachsen wie dieser und die anderen Männer seines Stammes. In dieser Beziehung schlug er dem Volk seiner Mutter nach, doch in jeder anderen Hinsicht war er wie Hador, sein Großvater. Von großer Kraft und feurigem Gemüt. Húrins inneres Feuer jedoch brannte mit stetiger Flamme und stark und unerschütterlich war sein Wille. Er wusste von allen Menschen im Norden am besten über die Absichten der Noldor Bescheid. Húrin war auch ein ausgezeichneter und schneller Läufer. War ein Rennen lang und hart, so lief er am Ende der Strecke noch mit der gleichen Ausdauer wie am Anfang und erreichte stets als erster das Ziel. Húrin und sein Bruder Huor liebten aneinander sehr und in ihrer Jugend sah man den einen selten ohne den anderen.

Húrin

Húrin

Húrin und Morwen

Húrin und Morwen

Leben

In Brethil

Húrin wuchs in den Tagen vor der Dagor Bragollach, der vierten Schlacht der Kriege von Beleriand, bei seinem Onkel Haldir in Brethil auf. Da sein Vater Galdor Hareth von den Haladin geheiratet hatte, wurde Húrin, nach dem Brauch der Menschen zu jener Zeit, von seinem Onkel aufgezogen.[2]

Später zog er mit seinem Bruder Huor in die Schlacht gegen die Orks. Sein Trupp geriet in einen Hinterhalt, wurde von den anderen Gefährten getrennt und auf der Flucht zur Furt von Brithiach, nördlich des Waldes von Brethil, schützten nur Ulmos Kräfte die Schar vor den Angriffen der Feinde. Ulmo, der Vala des Wassers, ließ Nebel aufsteigen, der Húrins Trupp vor den Augen der Feinde verbarg. Später wurden sie von Thorondor, dem König der Adler, erspäht und er sandte seinesgleichen aus, um der Gruppe zu helfen. Sie trugen die Menschen nach Gondolin, in Turgons Reich.[3]

In Gondolin

Húrin u. Huor

Húrin und Huor werden von den Adlern nach Gondolin gebracht

König Turgon hieß Húrin und Huor herzlich willkommen und die beiden lebten fast ein ganzes Jahr im verborgenen Reich. Húrin lernte viel von den Elben und erfuhr auch vieles von den Gedanken und Plänen des Königs, der die beiden Brüder ins Herz geschlossen hatte. Turgon hielt sie mehr aus Zuneigung und Liebe in Gondolin, als aus Gesetzesgründen. Das Gesetz besagte nämlich, dass „kein Fremder, ob Mensch oder Elb, der den Weg zum versteckten Königreich gefunden und die Stadt erblickt habe, je wieder fort dürfe", solange der König nicht selbst die Tore öffnete.[4]

Nach einiger Zeit jedoch, baten Húrin und Huor darum, Gondolin verlassen zu dürfen, um zu ihrem Volk zurückzukehren, denn in diesen Zeiten des Krieges wollten sie nicht untätig sein, während ihr Volk Hunger und Leid erdulden musste. Turgon war zunächst unschlüssig, aber nachdem Húrin versicherte, dass sie den Weg nicht selbst gefunden, sondern von den Adlern getragen wurden und eine gnädige Ohnmacht ihre Augen verschleiert hätte, gestattete Turgon ihnen, auf dem selben Weg wie sie gekommen waren, Gondolin zu verlassen. Húrin und Huor mussten schwören, niemals die Pläne Turgons zu verraten. Sie nahmen Abschied und die Adler trugen sie bei Nacht zurück nach Dor-lómin. Obwohl ihre Sippe und im Besonderen ihr Vater Galdor sie streng danach befragte, wo sie gewesen waren, bewahrten sie Stillschweigen über Gondolin. Húrin zu seinem Vater: "Sei zufrieden, Vater, dass wir heimgekehrt sind; denn nur unter einem Eid des Schweigens wurde es uns gestattet. Dieser Eid gilt noch immer." Galdor fragte nun nicht weiter, aber er und viele andere errieten die Wahrheit. Sowohl der Eid des Schweigens als auch die Adler deuteten auf Turgon und Gondolin hin.[5]

Herr von Dor-lómin

Sieben Jahre nach der Dagor Bragollach, fielen die Truppen Morgaths in Hithlum ein und Galdor der Lange, Húrins Vater fiel, als er im Dienst des Hohen Königs Finrod Hithlum verteidigte. Nun war Húrin Herrscher von Dor-lómin und wurde Vasall König Finrods. Obwohl er gerade erst erwachsen geworden war, gelang es ihm, unter schweren Verlusten, die Orks bis über die Berge zu vertreiben. Später nahm er Morwen Eledhwen, die Tochter Baragunds aus dem Haus Beor zur Frau und sie gebar einen Sohn Túrin Turambar, die erste Tochter Lalaith[6], die jedoch schon als kleines Kind an der Pest (dem verfluchten Wind) starb und Nienor Níniel. [7][8]

In der Schlacht: Nirnaeth Arnoediad

Húrin und sein Bruder Huor zogen mit ihrer Streitmacht aus Dor-lómin mit den Eldar in den Krieg gegen Morgoth. In diesem Bündnis waren alle Streitmächte der Menschen, Elben und Zwerge vereint. Der Sieg war nahe, und Morgoth hätte den Krieg wohl verloren, wenn nicht der Verrat der Ostlinge gewesen wäre, denn diese rannten schließlich in Angst davon und ließen ihre Bündnispartner im Stich.[9]

Auf dem westlichen Schlachtfeld traf nun das Herr von Huor und Húrin auf die Streitmacht von Turgon und Fingon. Als die Schlacht schon verloren war, denn der Hohe König Fingon war vom Balrog Gothmog getötet worden, und nur noch das Heer von Turgon und jenes von Húrin übrig war, riet Húrin seinem alten Freund Turgon zu fliehen.

"Denn in dir lebt die letzte Hoffnung der Eldar, und solange Gondolin steht, wird Morgoths Herz die Furcht nicht verlernen"
—Húrin zu Turgon, König von Gondolin[src]

Daraufhin floh Turgon mit dem Rest seiner und Fingons Streitmacht. Das Heer von Dor-lómin war nun auf sich allein gestellt und am Ende stand nur noch Húrin auf dem Schlachtfeld. Gothmog fesselte ihn schließlich und brachte ihn als Gefangenen nach Angband. [10]

Gefangen in Angband

Morgoth bestraft Húrin

Morgoth bestraft Húrin

Morgoth erfuhr nun, dass Turgon verschwunden war und, wie Húrin zuvor geweissagt hatte, blieben Morgoths Gedanken fortan auf Turgon gerichtet. Da Morgoth von der Freundschaft Húrins und Turgons wusste, befahl er Húrin zu sich, um ihn nach dem verborgenen Reich von Gondolin auszufragen. Doch Húrin weigerte sich verächtlich, Morgoth jegliche Auskunft zu geben. Daraufhin wurden Húrin, Morwen und seine Kinder verflucht. Jenes unsägliche Leid, das ihnen später widerfuhr, hatte somit ihren Ursprung in Morgoths Fluch.[11]

Húrin wurde daraufhin auf einen steineren Stuhl auf dem Gipfel des Thangorodrims gefesselt, dazu verdammt das Leben zu ertragen und zuzusehen, wie Leid und Unglück die Lande und seine Geliebten traf. Dennoch bat Húrin, in den vielen Jahren seiner Gefangenschaft, nie um Gnade oder den Tod.[12]

Die Freilassung

Húrin verbrachte 28 grausame Jahre als Gefangener Morgoths und überlebte selbst seine Kinder, die später durch den Fluch ums Leben gekommen waren. Morgoth teilte ihm seine Siege in Beleriand mit, doch da Morgoth oftmals die Unwahrheit sagte, waren seine Berichte, weitaus schlimmer als die Wirklichkeit. Als nun Húrins Kinder ein Jahr lang tot waren, ließ Morgoth ihn, Mitleid vortäuschend, frei. Húrins Freilassung war jedoch nur Mittel zum Zweck gegen die Feinde in Beleriand und hatte nichts mit Gutmütigkeit zu tun.[13] Gezeichnet von Alter und Pein, kehrte Húrin nach Beleriand zurück, nicht wissend, das jeder einzelne Schritt von Morgoth überwacht wurde. Er erreichte zuerst Hithlum, wo einst sein Volk gelebt hatte und nun von den Ostlingen unterdrückt wurde. Die Hauptmänner der Ostlinge wagten es nicht Hand an Húrin zu legen und ließen ihn weiterziehen. Diejenigen, die vom Haus Hador übriggeblieben waren, wollten nichts mit ihm zu tun haben, weil sie vermuteten, Húrin habe sich mit Morgoth verbündet. Húrin zog weiter.[14]

Daraufhin ging er nach Gondolin. Auf dem Weg wurde er von den Adlern erspäht, die Turgon darüber informierten. Der jedoch verschloss die Tore Gondolins vor Húrin, da auch er vermutete, Húrin hätte sich dem Willen des Feindes ergeben. Húrin zog weiter. Da weiterhin jeder einzelne seiner Schritte von Morgoth überwacht wurde, verriet Húrin, nichts ahnend, die ungefähre Lage Gondolins, denn Morgoth suchte schon so lange danach.[15]

Wiedersehen mit Morwen

Erschöpft vom Kummer fiel er des Nachts in einen tiefen Schlaf. Er träumte von Morwen seiner Frau, wie sie seinen Namen aus dem Wald von Brethil rief. Er machte sich auf nach Brethil und kam schließlich zur Schlucht von Cabed-en-Aras (Sindarin: Sprung des entsetzlichen Schicksals) wo seine beiden Kinder umgekommen waren. Dort sah er den großen Grabstein, doch er kam ihm nicht näher, denn der Tod seiner Kinder war ihm bereits bekannt.[16]

Hurin Finds Morwen

Húrin trifft Morwen am Grab ihrer Kinder wieder

Kurze Zeit später entdeckte er eine alte Frau vor dem Stein knieend und er erkannte in dem alten Gesicht das Antlitz seiner Frau, die einst die schönste und stolzeste ihres Hauses war. Dies war das letzte Mal, das Húrin seine Frau lebend sah, denn mit dem Untergang des Sonnenlichtes, wich auch das Leben aus Morwen. Húrin ergriff der Schmerz über diesen Verlust und der verlorenen Zeit. Er hob ein Grab für sie aus, begrub sie und ritzte die Worte: „Hier liegt auch Morwen Eledwhen" in den Stein (genannt: Stein der Unglücklichen).[17]

Mîm, der Zwerg

Nach dem Tod seiner Frau machte sich Húrin auf den Weg nach Nargothrond. Dort hauste der Zwerg Mîm, dem Jahre zuvor schon Húrins Sohn Túrin begegnet war und von dem Túrin verraten wurde. Húrin wusste von diesem Verrat und erschlug den Zwerg an Ort und Stelle. Anschließend zog er weiter und nahm lediglich einen der vielen Schätze mit. [18]

In Doriath und Tod

Húrin wanderte nach Osten und kam schließlich in Thingols Reich Doriath an. Dort übergab er Thingol den Schatz, den er aus Nargothrond mitgebracht hatte, und er erwies sich als das Nauglamír (Sindarin: Zwergenjuwel), das kostbare Halsband der Zwerge, welches später zum Untergang Doriaths beitrug. Húrin erfuhr, dass seine Familie lange Zeit in Doriath gelebt hatte und dort hohes Ansehen genoss.

Glaubend, sein grausames Schicksal sei erfüllt, ging er aus Doriath fort und niemand sah ihn je wieder. Es wird erzählt, dass er schließlich ins Meer sprang, um sich das Leben zu nehmen.[19]

Stammbäume

Das Haus Hador (bzw. Marach) von Dor-lómin:

                      Marach
                        :
                        :
                        :
                        :
                   Hador Lórindol
    ____________________|______________________
   |               |                           |
Gundor          Galdor = Hareth             Glóredhel = Haldir
                       |(von den Haladin)             |(von den Haladin)
                   ____|____                          |
                  |         |                         |
       Morwen = Húrin     Huor = Rían               Handir
        ______|______          |                      |
       |      |      |         |                      |
    Túrin  Nienor  Urwen  Tuor = Idril          Brandir(der Lahme)
                                            |
                                          Earendil


Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil VI: "Anhänge", Unterkapitel IV: "Namensregister", Übersetzer: Krege, 2001
  2. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil IIIXVIII: "Quenta Silmarillion", Übersetzer: Krege, 2001
  3. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XVIII: "Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende", Übersetzer: Krege, 2001
  4. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XVIII: "Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende", Übersetzer: Krege, 2001
  5. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XVIII: "Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende", Übersetzer: Krege, 2001
  6. J. R. R. Tolkien: Die Kinder Húrins, Teil 1: "Túrins Kindheit", Übersetzer: Hans J. Schütz und Helmut W. Pesch, 2007
  7. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XVIII: "Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende", Übersetzer: Krege, 2001
  8. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXI: "Von Túrin Turambar", Übersetzer: Krege, 2001
  9. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XX: "Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad", Übersetzer: Krege, 2001
  10. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XX: "Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad", Übersetzer: Krege, 2001
  11. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XX: "Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad", Übersetzer: Krege, 2001
  12. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XX: "Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad", Übersetzer: Krege, 2001
  13. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  14. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  15. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  16. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  17. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  18. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001
  19. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXII: "Vom Untergang Doriaths", Übersetzer: Krege, 2001

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