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Helkar war ein großer Turm in Mittelerde.

Wegen der Dunkelheit in Mittelerde, überredete Aulë Melko im Norden und Süden je einen großen Turm zu bauen, denn Aulë wollte auf jeden dieser Türme eine Leuchte setzen. Aus Gold und Silber machte Aulë die Leuchten selbst und die Säulen wurden wurden von Melko errichtet. Sie waren sehr hoch und schimmerten wie blaßblaues Kristall; und als Aulë ihnen mit der Hand einen Schlag versetzte, erklangen sie wie Metall. Bis zu Ilwe und den Sternen durch die unteren Luftschichten reichten sie und Melko sagte, sie bestünden aus einem besonderen Metall, unzerstörbar von großer Härte, das er selbst erfunden habe. Doch er log, denn die Säulen bestanden aus Eis.

Die Säule des Nordens nannte er Ringil und die des Südens Helkar. Die Leuchten wurden daraufgesetzt und mit gebündeltem Licht, silbernem im Norden und goldenem im Süden, gefüllt. Manwë und Varda hatten dieses Licht verschwenderisch vom Himmel zusammengetragen, denn die Götter sollten die Weltengegend besser erkunden können, um den schönsten Platz für ihre Heimstatt zu finden. 

Die Säulen schmolzen jedoch durch die Wärme der Leuchten und als sie fielen, stiegen die Wasser rings um die Inseln. Das Schmelzwasser ergoß sich so reichlich herab in die Schattenmeere, die anfangs nicht sehr groß aber klar und warm, sich nun riesig ausdehnten und schwarz waren. Und Nebel legte sich auf sie und tiefe Schatten. Die gewaltigen Leuchten wurden aus der Höhe herabgestürzt und die schmetternde Wucht ihres Sturzes erschütterte die Sterne und ein Teil ihres Lichts wurde zurück in den Himmel geschleudert, aber vieles strömte auf die Erde und entfachte Feuer und verwüstete Länder, ehe es sich in Seen und Teichen sammelte.

Dies war die Zeit der ersten Nacht und sie dauerte sehr lange.

Sonstiges

Christopher Tolkien macht in seinem Kommentar zu den Leuchten (3. Die Leuchten) darauf aufmerksam, wie stark sich die obige Geschichte von der späteren Fassung unterscheidet. Hier gibt es weder den Wohnsitz der Valar auf der Insel Almaren nach der Anfertigung der Leuchten und natürlich auch nicht die Rückkehr Melkos von "außerhalb", denn er verläßt hier die Welt nicht nachdem er sie betreten hat. Gleichermaßen wird hier die geheuchelte Zusammenarbeit Melkos fast widerspruchslos akzeptiert auch und gerade im Bezug auf die Namensgebung der beiden Türme. Die Variation, dass die Türme der Leuchten aus Eis bestanden erhält sich in den Fassungen von J. R. R. Tolkien bis in die 30er Jahre hinein.
Erst später erhielten auch die Leuchten Namen und nachdem Tolkien sen. immer wieder Namen ersann und wieder verwarf, erhielt schließlich die nördliche Leuchte den Namen Illuin und die südliche den Namen Ormal.
Der Name Ringil findet sich im Silmarillion nur noch als Name des Schwertes von Fingolfin und Helcar ist jenes Binnenmeer, das sich an der Stelle befand, wo einst die Wurzeln des Berges Illuin gewesen waren.
Es wird in dieser Geschichte auch nicht erwähnt, dass beim Sturz der Leuchten Binnemeere entstanden sind. Diese Vorstellung kam erst später auf, doch es scheint faktisch sicher, dass sie aus der Geschichte von den schmelzenden Eissäulen hervorging.
Später ist auch nicht mehr die Rede davon, dass die Berge von Valinor aus großen Felsen von Eruman/Arvalin erbaut wurden, weshalb das Gebiet flach und steinlos wurde. 

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 1

  • Unterkapitel III. Die Ankunft der Valar und die Gründung Valinors

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