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Mandos

Mandos

Mandos (eigentlich Námo, der Richter über die Toten) war einer der 14 Fürsten und Fürstinnen der Valar. Sein eigentlicher Name war Námo; er wurde jedoch Mandos genannt, weil er im gleichnamigen Ort wohnte, welcher sich im Nordwesten von Valinor befand. Er war der ältere der Feanturi, der Herren der Geister. Sein Bruder war Lórien (Herr der Gesichte und Träume), seine Frau war die Valie Vaire (die Weberin).

Mandos war der Hüter der Totenhäuser. Er rief die Geister der Gefallenen auf und war der Schicksalsrichter unter den Valar, jedoch verkündete er sein Urteil nur auf Manwës Befehl. Er vergisst nichts und weiß um alles, was sein wird, bis auf dasjenige, was noch im Willen Ilúvatars liegt.

Aber nicht nur den Toten bot Mandos eine Heimstatt, er war auch ein Orakel. Er war in der Lage, den Willen Erus zu verstehen und kundzutun. Mandos wurde gleichermaßen geliebt und gefürchtet. Am meisten war er allerdings gefürchtet, weil er den sogenannten Fluch des Mandos verkündete, den er als Bote Manwës den Noldor kundtat. Im Quenta Silmarillion Kapitel IX Seite 131 ff. wird dazu folgendes berichtet:

>> Dort [am Rand der Einöde von Araman] erblickten sie plötzlich eine dunkle Gestalt, die auf einem hohen Felsen stand und auf das Ufer herabsah. Manche sagen, kein geringerer Bote Manwës als Mandos selbst sei es gewesen. Und sie hörten eine laute Stimme, würdig und schrecklich, die ihnen gebot, zu halten und zu hören. Und sie hielten alle und standen still, und vom einen Ende des Zuges bis zum andern vernahm man die Stimme, wie sie den Fluch und das Urteil sprach, welche die Weissagung des Nordens und der Spruch der Noldor genannt werden. Vieles kündete sie in dunkler Rede voraus, das die Noldor erst später verstanden, als das Unheil wirklich hereingebrochen war; alle aber hörten den Fluch, der über jene gesprochen wurde, die nicht bleiben wollten, noch das Urteil und die Vergebung der Valar erbitten.

"Ungezählte Tränen sollt ihr vergießen; und die Valar werden Valinor gegen euch umzäunen und euch ausschließen, so daß kein Echo von euren Klagen über die Berge dringt. Auf dem Hause Fëanor liegt der Zorn der Valar, vom Westen bis in den fernsten Osten, und so auf allen, die ihm folgen. Ihr Eid wird sie treiben und sie doch betrügen und ihnen immer wieder jene Schätze entreißen, nach denen sie zu jagen geschworen. Zu bösem Ende wird alles sich wenden, was sie wohl beginnen; und dies geschehe durch Verrat des Bruders am Bruder und durch Furcht vor Verrat. Die Enteigneten sollen sie sein für immer.

Wider das Recht habt ihr das Blut eures Geschlechts vergossen und das Land Aman befleckt. Für Blut werdet ihr mit Blut entgelten, und jenseits der Grenzen von Aman lebt ihr im Schatten des Todes. Denn wenn auch Eru euch nicht bestimmt hat, in Ea zu sterben, und keine Krankheit euch befallen kann, so könnt ihr doch erschlagen werden, und erschlagen sollt ihr werden: durch Waffen, und durch Leid und Qual;und nach Mandos werden eure unbehausten Geister dann kommen. Da sollt ihr lange wohnen und um eure Leiber trauern, und wenig Erbarmen werdet ihr finden, und wenn alle, die ihr gemordet, für euch bitten sollten. Und jene, die in Mittelerde ausharren und nicht nach Mandos kommen, sollen der Welt müde werden wie einer schweren Last und sollen verfallen und wie Schatten der Reue werden vor dem jüngeren Geschlecht, das nach euch kommt. Die Valar haben gesprochen." <<

Mandos galt als unerbittlicher Vala. Nur ein einziges Mal ließ Mando sich von seinen Gefühlen leiten und zeigte Mitleid: als Lúthien vor ihm sang und um Berens Rückkehr ins Leben bat:

Doch Lúthiens Schönheit war mehr als aller anderen Schönheit, und Lúthiens Leid tiefer als aller anderen Leid; und sie kniete vor Mandos nieder und sang für ihn.
Lúthiens Lied vor Mandos war das schönste, das je aus Worten geflochten wurde, und das traurigste, das die Welt je hören wird. Unvergänglich und unverändert wird es in Valinor noch immer gesungen, außer Hörweite der Welt, und die Valar sind bekümmert, wenn sie es hören. Denn Lúthien verwob zwei Themen in das Lied, von der Trauer der Eldar und vom Leid der Menschen, von den Zwei Geschlechtern, die Ilúvatar erschuf, auf dass sie Arda bewohnten, das Erdenreich inmitten der unzählbaren Sterne. Und als sie vor Mandos kniete, fielen ihre Tränen auf seine Füße, wie der Regen auf die Steine fällt; und Mitleid bewegte Mandos, wie es ihn niemals zuvor oder nachher bewegt hat.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Übersetzer: Wolfgang Krege

  • Valaquenta: Von den Valar
  • Quenta Silmarillion,
  • Kapitel I: Vom Anbeginn der Tage
  • Kapitel III: Vom Erwachen der Elben und Melkors Gefangenschaft


Ainur
Zwei Bäume
Valar:Manwë • Ulmo • Aulë • Orome • Mandos • Lórien • Tulkas • Melkor • Varda • Yavanna • Nienna • Este • Vaire • Vána • Nessa
Maiar:Arien • Eonwe • Ilmare • Melian • Osse • Salmar • Tilion • Uinen
Gefallene Maiar:Sauron • Gothmog • Lungorthin • Durins Fluch • Ungoliant
Istari:Curumo • Olórin • Aiwendil • Morinehtar • Rómestamo

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