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Tempel war die Bezeichnung für das Heiligtum, das Sauron auf Númenor in dessen Hauptstadt Armenelos am Fuß des Meneltarmas errichtet hatte, um dort in abartigen Zeremonien Melkor zu huldigen. Von der Architektur ist bekannt, dass der Tempel kreisförmig war und die Zahl 5 beim Bau eine besondere Rolle gespielt hatte. So hatte der Tempel einen Durchmesser von 500 Fuß und die Mauern eine Höhe von ebenfalls 500 Fuß. Darüber hinaus wurden die massiven Mauern, die an der Basis 50 Fuß dick waren, von einer Kuppel gekrönt, die aus reinem Silber bestand. In der Mitte der Kuppel war eine Jalousie angebracht, um den Rauch, der bei den Zeremonien entstand nach außen abzuleiten. Doch nach den Zeiten, war diese einst so glänzende Kuppel aus dem kostbaren Edelmetall durch den Ruß komplett geschwärzt. Im Gebäude selbst stand ein großer Altar und ein schwrazer Stuhl, auf dem der Hohe Priester, Sauron, saß.

Unter anderem wurden auch Menschen auf dem Altar geopfert und bei lebendigen Leibe verbrannt. Auch die Verbrennung von Nimloth, dem Weißen Baum, erfolgte hier. Sie war die erste Opferung, nachdem der Tempel fertiggestellt war.

Als Númenor 3319 Z.Z. vernichtet wurde, war dieses Bauwerk des Schreckens eines der ersten Opfer. Die Blitze, die vor der Flut über den Himmel zuckten, vereinigten sich und unter ihrer geballten Kraft in Form eines feurigen Strahls zerbarst die Kuppel. Die Mauern blieben jedoch stehen und das Gebäude wankte nicht. Sauron stand auf der Zinne des Tempels und trotzte dem Blitz und blieb unversehrt. Die verängstigten Menschen nannten Sauron von nun an einen Gott und taten, was immer er wollte.

Vollends wurde der Tempel erst zerstört, als Númenor im Meer versank und mit ihm Sauron, der auf seinem schwarzen Stuhl saß und angesichts der Verheerung in großes Gelächter ausgebrochen war. Doch Sauron war nicht von sterblichem Fleisch und wenn er auch nun jener Gestalt, in der er so viel Unheil gewirkt hatte, beraubt wurde und nie wieder den Menschen freundlich vor Augen zu treten vermochte, so stieg doch sein Geist wieder aus der Tiefe empor und fuhr wie ein Schatten und schwarzer Wind übers Meer, zurück nach Mittelerde und seiner Heimstatt Mordor.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Herausgeber: Christopher Tolkien, Übersetzer: Wolfgang Krege

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