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Namárië (Quenya: Lebe wohl) war ein Quenya-Gesang, auch: Jammer von Galadriel genannt oder auch: Altariello nainië Lóriendessë (Quenya für den "Jammer von Galadriel in Lórien").

J.R.R00:52

J.R.R. Tolkien reciting "Namárië"-0

J. R. R. Tolkien rezitiert Namárië

Galadriel sang dieses Lied beim Abschied, als sich die Ringgemeinschaft, nach ihrer Rast in Lothlórien, wieder auf den Weg machte. Galadriel hatte es wohl auch komponiert. Es drückt in sehr beeindruckender Weise Galadriels Sehnsucht nach Valinor aus.

Im Herrn der Ringe wird diese Situation wie folgt beschrieben:

„Während sie [Anm. des Verf.: die Ringgefährten] noch schauten, floss der Silberlauf hinaus in die Strömungen des Großen Stromes, und ihre Boote drehten sich und begannen nach Süden zu eilen. Bald war die weiße Gestalt der Herrin [Anm. d. Verf.: Galadriel] klein und fern. Sie schimmerte wie ein Glasfenster auf einem fernen Berg in der untergehenden Sonne oder wie ein See, von einem Berg aus gesehen; ein in den Schoß des Landes gefallener Kristall. Dann schien es Frodo, als habe sie ihre Arme zu einem letzten Abschiedsgruß erhoben, und fern, doch ganz deutlich trug der Wind den Klang ihrer Stimme herüber, als sie sang. Doch jetzt sang sie in der alten Sprache der Elben jenseits der See, und er verstand die Worte nicht: Schön war die Musik, aber sie tröstete ihn nicht.

Indes blieben sie, wie es Art von Elbenworten ist, in seinem Gedächtnis haften, und viel später deutete er sie, so gut er konnte. Die Sprache war die der Elbenlieder, und sie berichtete von Dingen, die in Mittelerde wenig bekannt waren.“

Namárië:

Ai! laurië lantar lassi súrinen,
yéni únótimë ve rámar aldaron!
Yéni ve lintë yuldar avánier
mi oromardi lisse-miruvóreva
Andúnë pella, Vardo tellumar
nu luini yassen tintilar i eleni
ómaryo airetári-lírinen.
Sí man i yulma nin enquantuva?
An sí Tintallë Varda Oiolossëo
ve fanyar máryat Elentári ortanë,
ar ilyë tier undulávë lumbulë;
ar sindanóriello caita mornië
i falmalinnar imbë met, ar hísië
untúpa Calaciryo míri oialë.
Sí vanwa ná, Rómello vanwa, Valimar!
Namárië! Nai hiruvalyë Valimar.
Nai elyë hiruva. Namárië!

Übersetzung:

Ah! wie Gold fallen die Blätter im Wind,
lange Jahre zahllos wie die Schwingen von Bäumen!
Die langen Jahre sind vergangen wie rasche Schlucke des süßen Mets
in hohen Hallen jenseits des Westens
unter den blauen Gewölben von Varda
worin die Sterne erzittern in der Stimme ihres Gesanges,
heilig und königlich.
Wer nun wird mir den Kelch wieder füllen?
Denn nun hat die Entzünderin, Varda, die Sternenkönigin,
vom Berg Immerweiß ihre Hände wie Wolken gehoben
und alle Pfade sind versunken tief im Schatten;
und aus einem grauen Land
liegt Dunkelheit auf den schäumenden Wellen zwischen uns,
und Nebel bedeckt die Juwelen Calaciryas auf ewig.
Verloren nun, verloren für jene aus dem Osten, ist Valimar!
Lebe wohl! Vielleicht wirst Du Valimar finden!
Ja, vielleicht wirst Du es finden! Lebe wohl!

Quellen

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