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Nimrodel (Elbin)

Nimrodel (Elbin)

Nimrodel (etwa 1980 D.Z.) war eine Elbin von Lothlórien. Sie lebte an den Wasserfällen des Flusses Nimrodel, der nach ihr benannt ist.

Nimrodel verbindet eine tragische Liebesgeschichte mit dem Elbenkönig Amroth. Als der Balrog in Khazad-dûm erwachte, flohen einige Elben aus Lórien, unter ihnen auch Nimrodel. Amroth folgte seiner Geliebten und überredete sie, mit ihm gemeinsam über das Meer zu segeln. Auf dem Weg zum Hafen Dol Amroth in Belfalas verloren sie sich. Amroth wartete im Hafen auf sie. Nimrodel jedoch erschien nicht. Sie verschwand auf dem Weg zu ihrem Geliebten in den Ered Nimrais. Amroth, der nicht ohne Nimrodel sein wollte, sprang von Bord seines Schiffes, als dieses aufs Meer hinausgetrieben wurde. Er wurde nie mehr gesehen.

Die Geschichte von Amroth und Nimrodel wird auch im Nimrodel-Lied, einem Lied der Waldelben, besungen:

Es lebte eine Elbenmaid so wie der Morgen hold.
Ihr Kleid, ihr Schuh war ein Geschmeid aus Silberglanz und Gold.

Auf ihrer Stirne stand ein Stern, im Haare spielte Licht,
Wie auf den Hügeln Lóriens fern die Sonne heller nicht.

Ihr Haar fiel reich und gliederweiss und schön war sie und frei,
Und bog sich wie ein junges Reis im Wind so sanft dabei.

Am Wasserfall von Nimrodel, der klar und kühl versprüht
Fiel sie mit ein wie Silber hell ins helle Wasserlied.

Heut aber kennt sie keiner mehr, noch ihren Aufenthalt.
Sie fand nicht Weg noch Wiederkehr aus Wildnis, Berg und Wald.

Das Elbenschiff im Hafen lag, am Berge sturmgeschützt,
Und harrte ihrer Tag um Tag, die See ging weissbemützt.

Ein Sturm kam auf von Norden her zur Nacht mir Urgewalt,
Und trieb das Schiff hinaus aufs Meer ins Dunkel ungestalt.

Der Strand, der Berg verschwamm im Dunst, vertrübt und ungenau.
Die Wogen türmten sich zu Brunst und rollten schwer und grau.

Noch schärfte Amroth seinen Blick, noch suchte er die Stell',
Das Schiff verfluchend - nicht zurück trugs ihn zu Nimrodel.

Er selber herrschte einst im Wald, ein König von Geblüt,
Als Lóriens Macht noch golden galt und elbisch sang das Lied.

Nun schoss er wie ein schlanker Pfeil ins Wasser tief hinab,
und tauchte mövengleich und heil hervor aus nassem Grab.

Der Wind zerwühlte ihm das Haar, weiss flog der Schaum um ihn,
dann sah man ihn wie einen Schwan, die Wogen reitend ziehn.

Doch drang kein Wort von Westen her in unser Elbenland,
und keiner hörte jemals mehr von Amroth, der entschwand. / Übersetzerin: E.-M. von Freymann

Quellen

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