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Olóre Malle, der Zauberpfad, war eine unsichtbare Strasse nach Mittelerde.

Geschichte

Die Verhüllung Valinors bekümmerte Manwë zusehends. Traurig und kummervoll blickte er vom hohen Taniquetil. Dann schickte er nach Orome und Lórien, denn er vertraute ihnen und hielt sie für weniger starrsinnig als die anderen. Sehr ernsthaft sprach er mit ihnen und konnte sie überreden, ihm in manchen Dingen zu Willen zu sein. Manwë bat die beiden, eine Möglichkeit zu schaffen, um nach Mittelerde zu gelangen; und beide vollbrachten es.

Nachdem Lórien Manwës Worte vernommen hatte, machte er sich ans Werk. Lórien schuf einen unsichtbaren Zauberpfad, der sich höchst geheimnisvoll über gewundene Strassen von den östlichen Landen durch all die großen Wildnisse der Welt bis an die Mauern vor Kôr zog. Er führte an der Hütte der Kinder der Erde vorbei und von dort verlief er durch die Allee der flüsternden Ulmen bis zum  Meer. Über den Wasserstrassen und dem Meer schwebte er auf zarten Brücken auf der Luft, gräulich schimmernd wie aus seidigen Nebeln oder Perlenvorhängen gemacht, erhellt von fahlem Mondlicht. Außer den Valar und den Elben hat niemals ein menschliches Auge diesen Pfad erblickt, außer in der Jugend ihres Herzens, in süßem Schlummer.

Der Olóre Malle war der längste aller Wege nach Mittelerde und kaum jemand hat wirklich das Ende erreicht, denn viele Lande und wundersame Plätze voller Verlockung berührte er. Angenehm dem Fuß war er und niemand der auf ihm wandelte ermüdete.

weitere Namen

  • Malmaurien, Bezeichnung auf Noldorin
  • Pfad der Träume
  • Zauberpfad Lóriens

Sonstiges

In den Kommentaren schreibt Christopher Tolkien: 'Zum Motiv der "Hütte" können die anderen Schriften meines Vaters nichts beitragen, denn das Motiv der Kinder die nach Valinor gingen wurde aufgegeben, fast ohne Spuren zu hinterlassen. Gleichwohl gibt es später in den Verschollenen Geschichten erneut Hinweise auf Olóre Malle.' Er berichtet weiter, das, nachdem die Menschen gerade erst auf der Erde erwacht waren, die "Kinder der Menschenväter" im Schlaf über diesen Weg nach Valinor kamen. Zwei weitere Erwähnungen finden sich in den Verschollenen Geschichten Teil 2. Die Erzählerin der Geschichte von Tinúviel berichtet, mit eigen Augen Tinúviel und ihre Tochter auf dem Pfad der Träume gesehen zu haben. Der Erzähler der Geschichte von Turambar berichtet, dass er "in den Tagen vor dem Fall von Gondolin über den Olóre Malle gewandert sei".

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 1, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Kapitel I: Die Hütte des Vergessen Spiels
  • Kapitel IX: Die Verhüllung von Valinor

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 2 Übersetzer: s.o.

  • Kapitel I: Die Geschichte von Tinúviel
  • Kapitel II: Turambar und der Foalóke

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