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Samírien war ein Fest in Valinor.

Alle sieben Jahre wurde einen Tag lang mit einem schönen Fest die Ankunft der Eldar in Valinor gefeiert. Alle drei Jahre wurde ein kleineres Fest abgehalten, um der Ankunft der weißen Flotte der Solosimpi (Teleri) an den Küsten von Eldamar zu gedenken.

Wenn nun, alle einundzwanzig Jahre, beide Feste zusammenfielen, wurde ein großartiges Fest gefeiert, dass sieben Tage dauerte. Diese Jahre wurden deshalb Jahre der Doppelten Freude (hier ist von Tolkien am Rand Samírien eingefügt) genannt.   

In langen Prozessionen, die mit der größten Pracht begangen wurden, zogen die Elben und Götter singend und tanzend von Kôr bis zu den Toren von Valmar. In Erwartung dieses Festes war eine Straße, Vansamírien, angelegt worden, die vom Westtor von Kôr geradewegs zu den Türmchen des mächtigen Bogens führte, der sich in den Mauern Valmars nach Norden zu den Bäumen hin öffnete. Die Straße war aus weißem Marmor gemacht, und viele liebliche Bäche von den fernen Bergen kommend, kreuzten ihre Bahn. Die Straße schwang sich an diesen Stellen über schmale Brücken, die wunderbar eingefaßt waren mit zierlichen Geländern, leuchtend wie Perlen.

Nun kamen die Teleri, ihnen voraus die weißgekleideten Inwir, die ihre Harfen schlugen, sodaß die Luft erfüllt war mit süßen Klängen. Hinter ihnen gingen die Noldor, die mit ihren Violen und Flöten die Luft mit Schwermut erfüllten. Als letztes kamen die Völker der Küste und ihr Flötenspiel, verwoben mit Gesang, trug den Hall der Gezeiten und flüsternden Wogen und dem klagenden Geschrei der meerliebenden Vögel tief ins Land und auf die Ebene.

Alle Scharen wurden nun vor dem Tor von Valmar aufgestellt und auf ein Zeichen Ingwes stimmten sie ein Lied an; das Lied des Lichts sangen sie im Gleichklang. Dann öffneten sich die Tore von Valmar und Nornore fordete alle auf einzutreten. Die Scharen kamen herein und wurden von Varda empfangen und alle Götter hießen sie willkommen und dann begann das große Fest.

Am dritten Tag des Festes kleideten sich die Elben in Weiß und Schwarz und stiegen auf den Gipfel des Taniquetil, um Manwës Ansprache zu hören. Am letzten Tag segneten die Valar Tirion und kehrten nach Hause zurück.

Manwë hatte verfügt, dass Melko sich während der Feierlichkeiten des jeweiligen Festes nicht in Valmar aufhalten durfte. Am dritten Tag des Samírien jedoch brach Melko mit seinen finsteren Helfern in das Felsengemach ein und stahl die prächtigtsen Edelsteine und bemächtigte sich sogar der Silmaril, die in einem Kästchen aus Elfenbein eingeschlossen waren. Sie luden sich so viele Schätze auf, wie sie nur eben tragen konnten.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 1, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Kapitel VI: Von Melkos Diebstahl und die Verdunkelung von Valinor

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