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Tore des Sirion

Die Tore des Sirion

Sirion (Sindarin: Fluß oder Strom) war ein mächtiger und etwa 390 Meilen langer Fluss in Beleriand, der von Norden nach Süden floss und West von Ost Beleriand trennte. Er entsprang bei Eithel Sirion in den Ered Wethrin (hier erbaute Fingolfin seine Festung Barad Eithel) und bewegte sich am Rande von Ard-galen entlang, bevor er durch den Pass (Pass des Sirion) stürzte und immer mehr Wasser von den Bergbächen aufnahm. Von da floss er etwa 130 Meilen weit südwärts, mit vielen Zuflüssen auf dem Weg, um als ein mächtiger Strom seine vielen Mündungen und das sandige Delta in der Bucht von Balar zu erreichen, wo er ins Meer mündete.

Karte von Beleriand

Karte von Beleriand

Den Sirion abwärts kamen von Norden nach Süden auf dem rechten Ufer in West-Beleriand zuerst der Wald von Brethil zwischen Sirion und Teiglin, dann das Reich von Nargothrond zwischen Teiglin und Narog. Hier führte kurzzeitig (nach 490–495 E.Z.) eine Brücke über den Sirion, die allerdings von dem Drachen Glaurung zerstört wurde. Der Narog wiederum entsprang in den Fällen von Ivrin an der Südseite von Dor-lómin und floss, bevor er in den Sirion mündete, etwa 80 Meilen weit durch den Nan-tathren, das Land der Weidenbäume. Südlich von Nan-tathren lag ein Wiesenland voller Blumen, das jedoch nur schwach besiedelt war. Danach kamen die Marschen und Schilfinseln um die Mündungen des Sirion und die Sanddünen des Deltas, wo nichts Lebendiges war ausser den Seevögeln. Weitere wichtige Nebeflüsse des Sirion waren Esgalduin und Aros. Auch der Rivil und Mindeb mündeten darin. Der Sirion wurde gequert: auf der Brithiach (Sindarin: Kiesfurt), einer Furt nördlich von Brethil, desweiteren von einer Brücke in Doriath nördlich der Esgalduin-Mündung, Fährbooten von Doriath bei Aelin-uial und über Land auf einer Strecke von etwa drei Meilen zwischen den Fällen und den Toren des Sirion, wo der Fluss unterirdisch verlief.

Auf der linken Seite, an der weitesten Stelle etwa hundert Meilen breit, lag Ost-Beleriand. Zuerst, zwischen Sirion und Mindeb, kam das Land von Dimbar unter den Gipfeln des Crissaegrim, wo die Adler ihre Horste hatten. Zwischen Mindeb und dem Oberlauf des Esgalduin lag das Unland von Nan Dungortheb. Eine Gegend voller Schrecknisse. Auf der einen Seite friedete Melians Kraft die Nordgrenze ein, während auf der anderen Seite die steilen Klüfte des Ered Gorgoroth, auch Berge des Grauens, von dem hohen Dorthonion herabstürzten. Ungoliant war dorthin geflohen, um sich vor den Feuerpeitschen der Balrogs in Sicherheit zu bringen. Eine Weile blieb sie auch dort und erfüllte die Schluchten mit Tod und Verderben. Von dort aus ging es weiter durch Dor Dínen, dem Stillen Land und über die Arossiach, Furten des Aros und man kam in die Nordmarken von Beleriand.

Im Süden lagen die behüteten Wälder von Doriath. Es war das verborgene Reich König Thingols, das niemand betreten oder verlassen durfte, es sei denn, der König erlaubte es ausdrücklich. Doriaths kleinerer Teil im Norden, der Wald von Neldoreth, wurde nach Osten und Süden von dem dunklen Fluß Esgalduin begrenzt, der in der Mitte des Landes gen Westen abbog. Zwischen Aros und Esgalduin lagen die dichteren und auch größeren Wälder von Region. Auf dem Südufer des Esgalduin, an der Stelle wo er sich nach Westen dem Sirion zuwendet, lag die Tiefburg von Menegroth. Ganz Doriath lag östlich des Sirion, abgesehen von einem schmalen Streifen Waldland zwischen Teiglinmündung und den Dämmerseen. Nivrim, die Westmark, wurde dieser Wald von den Menschen in Doriath genannt. Er war bewachsen mit großen Eichen und war mit in den Gürtel Melians eingeschlossen. Sie wollte, dass auch ein Stück des Sirion, den sie, auch aus Verehrung für Ulmo, liebte, unter der Herrschaft Thingols stünde.

Im Südwesten von Doriath, dort wo der Aros in den Sirion mündet, lagen, zu beiden Seiten des Stromes, große Teiche und Marschen. Hier unterbrach er seinen Lauf und zog träge und gemächlich, in vielen Kanälen dahin. Aelin-uial, Dämmerseen, nannte man dieses Gebiet, weil es in Nebel gehüllt und der Bann von Doriath über ihm lag. Weil der ganze nördliche Teil von Beleriand zu diesem Punkt hin abfiel und das Land für eine Zeit eben war, stockte die Strömung des Sirion. Südlich von Aelin-uial fiel das Land dann plötzlich ab und durch diesen Fall wurden die unteren Ebenen des Sirion von den oberen getrennt. Blickte man von Süden nach Norden, so erschien er wie eine endlose Hügelkette, die sich von Elgarest im Westen jenseits des Narog bis zum Amon Ereb im Osten hinzog und man konnte schon den Gelion sehen. Durch diese Hügel in einer tiefen Schlucht, jedoch ohne Wasserfälle, floß der Narog. Auf seinem Westufer stieg das Land an zu den großen bewaldeten Hochflächen von Taur-en-Faroth. Auf der Westseite der Schlucht stürzte der kurze schäumende Ringwil von Hoch-Faroth in den Narog. Hier erbaute Finrod Nargothrond. Fünfundzwanzig Meilen etwa, östlich der Narog-Schlucht, stürzte nun der Sirion von Norden in einem mächtigen Fall von den Seen herab und verschwand dann plötzlich unter der Erde. Das Gewicht seiner niederstürzenden Wasser hatte große Tunnel gegraben und drei Meilen weiter südlich kam der Sirion mit viel Lärm und Dampf wieder aus den Felsgewölben am Fuß der Hügel hervor. Sie wurden Pforten des Sirion genannt. Andram, der lange Wall, wurde diese trennende Hügelkette genannt und sie erstreckte sich von Nargothrond bis Ramdal in Ost-Beleriand, wo sie auch endete. Nach Osten hin jedoch wurde die Kette flacher, weil das Tal des Gelion gleichmäßig nach Süden abfiel. Der Gelion hatte auf seinem gesamten Lauf weder Schnellen noch Fälle und doch strömte er schneller als der Sirion. Amon Ereb wurde ein vereinzelt stehender Berg von großer Ausdehnung genannt. Er stand zwischen Ramdal und Gelion. Sanft ansteigend waren seine Hänge und er erschien doch größer, als er in Wirklichkeit war; wohl, weil er allein stand. Denethor, der Fürst der Nandor, die in Ossiriand wohnten, fiel hier. Er war mit seinen Kriegern Thingol im Kampf gegen Morgoth zu Hilfe geeilt. Es waren die Tage, als Orkheere erstmals vordrangen und den Frieden von Beleriand störten. Auf dem Berg war auch Maedhros’ Sitz nach der großen Niederlage. Südlich des Andram, zwischen Sirion und Gelion lag ein wildes Land bewachsen mit dichten Wäldern. Niemand betrat dieses Gebiet außer einigen Dunkelelben die auf der Wanderschaft waren. Das Gebiet wurde Taur-im-Duinath, der Wald zwischen den Strömen, genannt.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion Quenta Silmarillion, Kapitel "XIV", Übersetzer: Wolfgang Krege, 2001

Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Seite: 12,14,23; Koordinate: I,M-23

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